Der Blog des VSStÖ – Innsbruck
Archiv für Mai 2009
Kommentar zur Wahl
29. Mai
Mit gemischten Gefühlen habe ich das Ergebnis (AG gewinnt, GRAS verliert, wir bleiben in etwa gleich) gestern zur Kenntnis genommen.
Ich (und mit mir sicher die Mehrheit des VSStÖ) bin felsenfest davon ausgegangen, mindestens ein Mandat dazu zu gewinnen. Insofern war ich natürlich etwas entäuscht, dass dem nicht der Fall ist. Dennoch kann man eigentlich schon zufrieden sein, wenn man mandatsmäßig gleich bleibt.
Wirklich enttäuscht bin ich nur über die Wahlbeteiligung. Ich empfinde es schon als schlimm, wie wenig die Leute die wichtige Arbeit, die die ÖH leistet, interessiert. Wählen zu gehen, ist finde ich, schon zumutbar.
Nun, nach der Wahl, stellt sich aber automatisch die Frage, was man besser hätte machen können. Ich bin da für Anregungen sehr dankbar.
Und natürlich kann und muss man auch darüber diskutieren, warum die AG gewonnen hat; wir die Gesellschaft unpolitischer, hat die GRAS schlecht mobilisiert, hat die Führung der ÖH durch die AG tatsächlich den Ausschlag auf das Ergebnis gehabt (im positiven Sinn für die AG) oder war es das bundespolitische Klima (der Gegenwind und der Hick-Hack innerhalb der grünen Partei)? Oder alles?
lg
Skandalöses RFS – Saufgelage vor der Uni
19. Mai
Unmögliche Szenen spielten sich gerade eben vor der Hauptuni ab. Wenn eine handvoll Menschen da sitzen und sich besaufen, bin ich der letzte, der etwas dagegen hat. Wenn diese zwei Dutzend dabei aber einen höllenlärm machen und grölen wie die ärgsten Bauern, und das um sechs Uhr Nachmittag vor der Uni, dann schaut die Sache schon anders aus. Und wenn dann primitivste Lieder (“Zipfl eini, zipfl aussi, aber heit gehts guat”) vom besten gegeben werden, garniert mit ungefähr 30x “dem Land Tirol die Treue” in stets der gleichen Version, dann hört mein Verständnis auf. Wir jedenfalls, die wir im 2. Stock eine (um unnötigen Kommentaren zuvor zu kommen: sehr gut besuchte) Filmvorführung veranstalteten, verstanden uns in der anschließenden Diskussion teilweise selbst nicht. In Erinnerung blieb mir auch noch die eine armselige Gestalt, der alleine aufs WC ging und am Weg hin, währenddessen und am Rückweg so laut grölte, das man ihn in zweiten Stock noch hörte. Aber so scheint er zu sein, der RFS – Wahlkampf: Man zeigt, dass man die drei Bier trinkt, die man sich bestellt, und, dass man auch ohne Konzept laut sein kann.
Das e-Voting hat begonnen…
19. Mai
… und abgesehen von den berichteten Ausfällen in Wien ist für mich noch eine Sache erschreckend:
In der Wahlkommission sprach man immer von “Terminals”, die eingerichtet werden, und von denen man aus dann wählen kann. Ich dachte mir gestern, ich schau mir so einen an und bin in die GeiWi marschiert, denn dort steht der “Terminal” im Untergeschoß beim ZID.
Was mich dann erwartete, war aber kein Terminal, sondern ein einziger Laptop, um den ein Stück alter Pappkarton gestülpt war. Das spannenste war aber, dass sich da überhaupt nichts rührte, nicht einmal, nachdem man eine e-card hineingesteckt hatte. Als zufällig der Techniker vorbei ging, reagierte der eher mürrisch. Auf die Frage, warum denn der Computer ausgeschalten war, meinte er “es war heut doch eh koana wählen” und außerdem “werd die Wahl eh angfochten”. Balsam auf die Seele eines jeden und einer jeden, die sich um die technische Sicherheit des e-votings Sorgen macht.
Übrigens: Man schätzt die Kosten des E-Votings mittlerweile auf rund eine Million Euro.
Ein nachträglicher Bericht zur Podiumsdiskussion der Austria
17. Mai
Am Donnerstag hatte die AV Austria zu einer Podiumsdiskussion geladen, bei der VertreterInnen (nahezu) aller Fraktionen anwesend waren: Neben Robert von der AG und Gina von der GRAS waren auch vom RFS, LSF und KSV Leute am Podium, und eben meine Wenigkeit für den VSStÖ. Ich hatte die Ehre, unsere Spitzenkanditatin zu vertreten, die auf unserer paralell stattfindenden Simpsons-Filmnacht zugegen war.
Die Diskussion selbst hatte nur vier Fragerunden, die recht kurz ausfielen, und dann ging es schon ins Publikum, das wie meist zu 90% aus bereits fraktionierten Menschen bestand, was die Sache aber unterhaltsam machte. Da ich – bis auf den Genossen Wiesinger – als einziger keine Unterstützung mitgebracht hatte, wurde eher wenig gegen die AG sondern mehr gegen Gina und mich geschossen, wobei man der “one – man – show” (o-ton vom Moderator Mag. Pohl, ex-AGler) Günther Kriechhammer vom KSV zugute halten muss, dass er zur Diskussion sehr viel beitrug im Gegensatz zum Juli – und RFS Vertreter. Robert Mäser agierte eher zurückhaltend, so dass ich oft das Gefühl hatte, dass er den offensiven Part dem anwesenden AG – Publikum überließ. Ich meine das aber positiv, denn die eigentlich eher konstruktiv-kritische Stimmung war aus meiner Sicht angenehm.
Ein Dank gilt an Mehr >
Die zweite Plakatserie hängt…
12. Mai
… und uns würde deine Meinung dazu interessieren! Wie gefallen sie? gut? schlecht? greuslich? fad? supertoll? Bitte einfach posten!
Eine nette Annektode vom Plakatieren vergangene Nacht möchte ich auch noch kurz erzählen. Als wir (Michael und ich) uns gerade bemühten, ein Plakat möglichst faltenfrei auf einem Ständer zu platzieren, traf uns von hinten ein Lichtstrahl. Als wir uns verdutzt umgedreht haben, kniete da ein Student und hatte seine Handykamera auf uns gerichtet. Wir fragten, was das da jetzt wird, und er antwortete schnippisch: “Ich bin mir nicht sicher, ob ihr das da dürft”, drehte sich wieder um und rannte weg, ohne auf Zurufe zu reagieren und die Bitte abschlagend, die Situation aufzuklären.
Ich denke mir, auch wenn ich nicht gern des Nachts beim Plaktieren fotographiert werde: Schön, es gibt Leute mit Zivilcourage. Insofern: Lieber junger Mann, falls du dies ließt: Schick uns ein Mail an ibk[at]vsstoe.at mit deinem Foto, dann veröffentlichen wir es hier und du hast es nicht umsonst geschossen!
Auf orf.at: deutsche Studierende klagt Uni Innsbruck
11. Mai
Unter diesem Link http://tirol.orf.at/stories/361174/ gelangt man zu folgender Story:
Eine Studentin klagt gegen die Verordnung zur Beschränkung der Studierendenplätze auf 284 im Studium der Psychologie. Ihre Klage dürfte Erfolgschancen haben, da diese Zahl völlig willkürlich ist (worauf wir schon im Herbst aufmerksam gemacht haben). Wäre gesetzeskonform gerechnet worden, käme man auf die Summe von knapp 400 Plätzen. Das Rechenschema ist nämlich, dass genau so viele Leute zugelassen werden sollen, wie vor der Regelung studiert haben. Wie die Uni rechnet, könnt ihr in Roberts Kommentar nachlesen.
Wir wünschen der Kollegin jedenfalls viel Glück. Die Devise muss lauten: Mehr Geld statt weniger Studierende!