Der Blog des VSStÖ – Innsbruck
Beiträge getaggt mit BiPol
5 Jahre Zugangsbeschränkungen in Österreich!
07. Jul
Am heutigen Tage (07.07.2010) vor genau fünf Jahren wurde nach einem Urteil des EUGH nach der Einführung von Studiengebühren 2001, der Entdemokratisierung der Hochschulen mit dem UG 2002 und der Schwächung der ÖH durch die HSG-Novelle 2004, die Einführung von Zugangsbeschränkungen durch den §124b Universitätsgesetz beschlossen. Während die Forderung nach allgemeinen Zugangsbeschränkungen heute ja zum guten Ton als (neoliberale) Wissenschaftsministerin aufgrund der “Wettbewerbsfähigkeit der Universitäten” gehört, war dies 2005 noch anders. Damals erklärten die Regierungspartner_innen FPÖ/BZÖ/ÖVP noch unisono dass mensch eigentlich keine Zugangsbeschränkungen will, aber aufgrund des EUGH Urteils dazu gezwungen sei um einen “Ansturm von Deutschen Studierenden” zu verhindern. Bei näherer Betrachtung stellte sich dies aber schon damals als klare Irreführung der Öffentlichkeit heraus: ÖVP Bildungsministerin Gehrer zielte von Anfang an auf des endgültige Ende das freien Hochschulzugangs ab. Das EUGH Urteil diente nur als willkommener (und auch von der Regierung erwünschter Vorwand) um das letzte Überbleibsel der Kreisky’schen Bildungsreformen endlich, ohne größeren öffentliche Aufschrei, beseitigen zu können.
Mit dem §124b wurden Zugangsbeschränkungen (unter Auflagen) in den Fächern Medizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin, Psychologie, Pharmazie, Biologie, BWL und Publizistik gestattet. An der medizinischen Universität Wien, wo die Zulassungsfrist bereits für dem 07.07. begonnen hatte spielten sich in diesen Tagen dramatische Szenen ab: Mehr >
Ein Aprilscherz?? Nein, der ganz normale Wahnsinn!
01. Apr
Auf den ersten Blick könnte mensch an einen schlechten Aprilscherz denken, doch die Forderung des Österreichischen Außenministers und Obmann des ÖVP-ÖAAB Michael Spindelegger nach Schaffung staatlicher „Eliteschulen“ ist offensichtlich todernst gemeint. Damit offenbart die ÖVP-Führung wiedermal deutlich ihre bildungspolitische Sichtweise: Nur einer so genannten Elite sollen alle Bildungschancen in unserm Land offen stehen, die Durchschnittsbevölkerung soll mit einer Durchschnittsbildung abgespeist werden. Anstatt den Selektionswahn mit 10 Jahren zu beenden und endlich eine gemeinsame Schule der 10 bis 14 jährigen zu schaffen soll nun also neben Hauptschule und Gymnasium noch ein dritter Schultyp etabliert werden. Offensichtlich darf es den Kindern von Vorstandsvorsitzenden nicht mehr länger zugemutet werden mit dem Rest der Bevölkerung in der selben Klasse zu sitzen, diese benötigen am „Bildungsmarkt“ wohl einen Startvorteil.
Immer öfter und immer klarer trauen sich die Protagonist_innen der Volkspartei aus der Deckung um den Umbau des Österreichischen Bildungssystems in eine Elitenförderung für finanzstarken Haushalte voranzutreiben. Sei es durch die Einführung von Studiengebühren oder den geplanten flächendeckenden Zugangsbeschränkungen an den Universitäten wie sie von Wissenschaftsministerin Karl immer vehementer gefordert werden. Dabei sollte die Evaluierung des seit 2005 beschränkten Medizinstudiums durch die Studierendensozialerhebung 2009 zu denken geben: Der Anteil an Studierenden aus den so genannten bildungsfernen Schichten Mehr >
Unbeschränkt studieren?
09. Okt
So lautet der Titel der aktuellen VSSTÖ-Bund Kampagne gegen die geplanten Zugangsbeschränkungen an Österreichs Universitäten. Dass es sich hierbei nicht nur um Befürchtungen handelt, sondern hinter den Kullissen bereits kräftig daran gebastelt wird bestätigte uns die Vizerektorin für Lehre und Studierende Ao. Univ. Prof. Dr.in Margret Friedrich im Rahmen des ÖH Jour-Fixe (einem Treffen des Rektorats mit VertreterInnen der ÖH aus den Studienvertretungen, Fakultätsstudienvertretungen und der Universitätsvertretung). Bis zum Wintersemester 2011/2012 müssen laut Universitätsgesetz die (gerade erst eingeführten) Bachelor-Studienpläne erneut überarbeitet werden und eine verpflichtende Studieneingangsphase deklariert werden.
Geht es nach den Plänen unserer Vizerektorin dürfen in Zukunft nur mehr jene Studierenden weiterführende Lehrveranstaltungen besuchen, die alle LVs dieser Studieneingangsphase abgeschlossen haben. Mittels Knock-Out Prüfungen im Rahmen dieser Lehrveranstaltungen soll die Zahl der StudentInnen in einigen Fächern offensichtlich massiv gesenkt werden, denn “man müsse ja feststellen wer für die Universität geeignet ist und wer nicht!”
Wenn auch nur eine einzelne Lehrveranstaltung aus dieser Phase fehlt ist mensch somit im 2. Semester defakto zum nichts tun verurteilt, darf wenn es nach Bundesminister Hahn (und unserem Rektor Töchterle, der mittlerweile ebenfalls zu den vehementesten BefürworterInnen der unsozialen Studiengebühren gehört) brav Studiengebühren zahlen, muss um seine Beihilfen fürchten und hat eine massive Studienzeitverlängerung zu tragen. Mehr >
Kommentar zur Wahl
29. Mai
Mit gemischten Gefühlen habe ich das Ergebnis (AG gewinnt, GRAS verliert, wir bleiben in etwa gleich) gestern zur Kenntnis genommen.
Ich (und mit mir sicher die Mehrheit des VSStÖ) bin felsenfest davon ausgegangen, mindestens ein Mandat dazu zu gewinnen. Insofern war ich natürlich etwas entäuscht, dass dem nicht der Fall ist. Dennoch kann man eigentlich schon zufrieden sein, wenn man mandatsmäßig gleich bleibt.
Wirklich enttäuscht bin ich nur über die Wahlbeteiligung. Ich empfinde es schon als schlimm, wie wenig die Leute die wichtige Arbeit, die die ÖH leistet, interessiert. Wählen zu gehen, ist finde ich, schon zumutbar.
Nun, nach der Wahl, stellt sich aber automatisch die Frage, was man besser hätte machen können. Ich bin da für Anregungen sehr dankbar.
Und natürlich kann und muss man auch darüber diskutieren, warum die AG gewonnen hat; wir die Gesellschaft unpolitischer, hat die GRAS schlecht mobilisiert, hat die Führung der ÖH durch die AG tatsächlich den Ausschlag auf das Ergebnis gehabt (im positiven Sinn für die AG) oder war es das bundespolitische Klima (der Gegenwind und der Hick-Hack innerhalb der grünen Partei)? Oder alles?
lg
Das e-Voting hat begonnen…
19. Mai
… und abgesehen von den berichteten Ausfällen in Wien ist für mich noch eine Sache erschreckend:
In der Wahlkommission sprach man immer von “Terminals”, die eingerichtet werden, und von denen man aus dann wählen kann. Ich dachte mir gestern, ich schau mir so einen an und bin in die GeiWi marschiert, denn dort steht der “Terminal” im Untergeschoß beim ZID.
Was mich dann erwartete, war aber kein Terminal, sondern ein einziger Laptop, um den ein Stück alter Pappkarton gestülpt war. Das spannenste war aber, dass sich da überhaupt nichts rührte, nicht einmal, nachdem man eine e-card hineingesteckt hatte. Als zufällig der Techniker vorbei ging, reagierte der eher mürrisch. Auf die Frage, warum denn der Computer ausgeschalten war, meinte er “es war heut doch eh koana wählen” und außerdem “werd die Wahl eh angfochten”. Balsam auf die Seele eines jeden und einer jeden, die sich um die technische Sicherheit des e-votings Sorgen macht.
Übrigens: Man schätzt die Kosten des E-Votings mittlerweile auf rund eine Million Euro.
Ein nachträglicher Bericht zur Podiumsdiskussion der Austria
17. Mai
Am Donnerstag hatte die AV Austria zu einer Podiumsdiskussion geladen, bei der VertreterInnen (nahezu) aller Fraktionen anwesend waren: Neben Robert von der AG und Gina von der GRAS waren auch vom RFS, LSF und KSV Leute am Podium, und eben meine Wenigkeit für den VSStÖ. Ich hatte die Ehre, unsere Spitzenkanditatin zu vertreten, die auf unserer paralell stattfindenden Simpsons-Filmnacht zugegen war.
Die Diskussion selbst hatte nur vier Fragerunden, die recht kurz ausfielen, und dann ging es schon ins Publikum, das wie meist zu 90% aus bereits fraktionierten Menschen bestand, was die Sache aber unterhaltsam machte. Da ich – bis auf den Genossen Wiesinger – als einziger keine Unterstützung mitgebracht hatte, wurde eher wenig gegen die AG sondern mehr gegen Gina und mich geschossen, wobei man der “one – man – show” (o-ton vom Moderator Mag. Pohl, ex-AGler) Günther Kriechhammer vom KSV zugute halten muss, dass er zur Diskussion sehr viel beitrug im Gegensatz zum Juli – und RFS Vertreter. Robert Mäser agierte eher zurückhaltend, so dass ich oft das Gefühl hatte, dass er den offensiven Part dem anwesenden AG – Publikum überließ. Ich meine das aber positiv, denn die eigentlich eher konstruktiv-kritische Stimmung war aus meiner Sicht angenehm.
Ein Dank gilt an Mehr >
Die zweite Plakatserie hängt…
12. Mai
… und uns würde deine Meinung dazu interessieren! Wie gefallen sie? gut? schlecht? greuslich? fad? supertoll? Bitte einfach posten!
Eine nette Annektode vom Plakatieren vergangene Nacht möchte ich auch noch kurz erzählen. Als wir (Michael und ich) uns gerade bemühten, ein Plakat möglichst faltenfrei auf einem Ständer zu platzieren, traf uns von hinten ein Lichtstrahl. Als wir uns verdutzt umgedreht haben, kniete da ein Student und hatte seine Handykamera auf uns gerichtet. Wir fragten, was das da jetzt wird, und er antwortete schnippisch: “Ich bin mir nicht sicher, ob ihr das da dürft”, drehte sich wieder um und rannte weg, ohne auf Zurufe zu reagieren und die Bitte abschlagend, die Situation aufzuklären.
Ich denke mir, auch wenn ich nicht gern des Nachts beim Plaktieren fotographiert werde: Schön, es gibt Leute mit Zivilcourage. Insofern: Lieber junger Mann, falls du dies ließt: Schick uns ein Mail an ibk[at]vsstoe.at mit deinem Foto, dann veröffentlichen wir es hier und du hast es nicht umsonst geschossen!
Auf orf.at: deutsche Studierende klagt Uni Innsbruck
11. Mai
Unter diesem Link http://tirol.orf.at/stories/361174/ gelangt man zu folgender Story:
Eine Studentin klagt gegen die Verordnung zur Beschränkung der Studierendenplätze auf 284 im Studium der Psychologie. Ihre Klage dürfte Erfolgschancen haben, da diese Zahl völlig willkürlich ist (worauf wir schon im Herbst aufmerksam gemacht haben). Wäre gesetzeskonform gerechnet worden, käme man auf die Summe von knapp 400 Plätzen. Das Rechenschema ist nämlich, dass genau so viele Leute zugelassen werden sollen, wie vor der Regelung studiert haben. Wie die Uni rechnet, könnt ihr in Roberts Kommentar nachlesen.
Wir wünschen der Kollegin jedenfalls viel Glück. Die Devise muss lauten: Mehr Geld statt weniger Studierende!
Der Wahlkampf hat begonnen
27. Apr
Morgen früh werden unsere Plakate aufgestellt – ich hoffe Sie gefallen euch. Ab kommender Woche werden wir einige Veranstaltungen haben, bei denen wir hoffen euch zu sehen – details dazu stehen auf unserer Homepage. Weiters gibt es einige Podiumsdiskussionen, zu denen man gehen kann und soll, bei denen auch immer ein Vertreter oder eine Vertreterin von uns dort sein wird (meist ich). Ankündigen kann man an dieser Stelle jene der katholischen Hochschulgemeinde am Montag, dem 25. und die der Austria am Donnerstag, dem 19.5.
Wahlkampf bedeutet nerven und genervt zu werden – das geht uns Wahlkämpfenden genauso wie euch. Leider sind Wahlen bei vielen mit der Einstellung “Interessiert micht nicht” verbunden und weniger als ein Drittel der Leute gingen letztes Mal zur Wahl. Uns ist es ein großes Anliegen, dass die Wahlbeteiligung dieses Mal steigt – denn wenn wir Studis uns selbst verwalten wollen, sollten doch auch alle mitbestimmen, wer diese Verwaltung übernimmt. Und weil ein Argument, warum man nicht zur Wahl geht das ist, das man nicht weiß wen man wählen soll, müssen wir uns auf die Straße stellen und mit euch reden, auch wenn es uns und euch gelegentlich nervt.
Was natürlich nicht heißen soll, das es uns trotz alledem Mehr >
warum wir euch bald spamen werden…
07. Apr
… ODER warum kommt die övp-ag eigentlich noch nicht ihrer (selbst) viel gelobten und (von vielen) viel getadelten SERVICEARBEIT als ÖH-exekutive nicht nach ???
mit erstaunen und leichtem entsetzen las ich GESTERN ein mail der ÖH an alle studierenden: INFOS ZUR KANDIDATUR auf UV und STV ebene. EINEN TAG VOR ABLAUF DER FRIST IN DER DER ÖH-BEITRAG (ev. auch studiengebühr) GEZAHLT SEIN MUSS, UM KANDIDIEREN ZU KÖNNEN. warum menschen erst so spät motiviert werden sollen, für ihre STUDIENVERTRETUNG zu kandidieren is mir ein rätsel. solltest du zu den menschen gehören die rechtzeitig gezahlt haben, um wahlberechtigt zu sein:
ÜBERLEG DIR OB DU VERTRETUNGSARBEIT VON STUDIERENDENINTERESSEN NICHT SELBST IN DIE HAND NEHMEN MAGST!!!??? bis 30. APRIL kannst du deine kandidatur einreichen!
wenn du dein studium verbessern willst, coole veranstaltungen organisieren, ein bissl hinter die uni-kulissen blicken magst und deinen studienkollegInnen helfen möchtest kandidiere für deine STV !
STUDIENVERTRETUNG tut nicht weh, sondern ist eine tolle erfahrung und ein wichtiger job! ___
da die övp-ag hier wiederholt ihre aufgabe die studierenden rechtzeitig zu informieren, nicht erfüllt hat (sogar die koordination BASISREFERAT mit den STVEN muss von der opposition eingefordert werden (siehe protokoll der letzten UV sitzung) überlegen wir uns ab sofort diese aufgabe zu übernehmen.
schließlich haben wir als vsstö die möglichkeit mails an alle Mehr >