Auf den ersten Blick könnte mensch an einen schlechten Aprilscherz denken, doch die Forderung des Österreichischen Außenministers und Obmann des ÖVP-ÖAAB Michael Spindelegger nach Schaffung staatlicher „Eliteschulen“ ist offensichtlich todernst gemeint. Damit offenbart die ÖVP-Führung wiedermal deutlich ihre bildungspolitische Sichtweise: Nur einer so genannten Elite sollen alle Bildungschancen in unserm Land offen stehen, die Durchschnittsbevölkerung soll mit einer Durchschnittsbildung abgespeist werden. Anstatt den Selektionswahn mit 10 Jahren zu beenden und endlich eine gemeinsame Schule der 10 bis 14 jährigen zu schaffen soll nun also neben Hauptschule und Gymnasium noch ein dritter Schultyp etabliert werden. Offensichtlich darf es den Kindern von Vorstandsvorsitzenden nicht mehr länger zugemutet werden mit dem Rest der Bevölkerung in der selben Klasse zu sitzen, diese benötigen am „Bildungsmarkt“ wohl einen Startvorteil.

Immer öfter und immer klarer trauen sich die Protagonist_innen der Volkspartei aus der Deckung um den Umbau des Österreichischen Bildungssystems in eine Elitenförderung für finanzstarken Haushalte voranzutreiben. Sei es durch die Einführung von Studiengebühren oder den geplanten flächendeckenden Zugangsbeschränkungen an den Universitäten wie sie von Wissenschaftsministerin Karl immer vehementer gefordert werden. Dabei sollte die Evaluierung des seit 2005 beschränkten Medizinstudiums durch die Studierendensozialerhebung 2009 zu denken geben: Der Anteil an Studierenden aus den so genannten bildungsfernen Schichten Mehr >