Der Blog des VSStÖ – Innsbruck
Beiträge getaggt mit Innsbruck
Unbeschränkt studieren?
09. Okt
So lautet der Titel der aktuellen VSSTÖ-Bund Kampagne gegen die geplanten Zugangsbeschränkungen an Österreichs Universitäten. Dass es sich hierbei nicht nur um Befürchtungen handelt, sondern hinter den Kullissen bereits kräftig daran gebastelt wird bestätigte uns die Vizerektorin für Lehre und Studierende Ao. Univ. Prof. Dr.in Margret Friedrich im Rahmen des ÖH Jour-Fixe (einem Treffen des Rektorats mit VertreterInnen der ÖH aus den Studienvertretungen, Fakultätsstudienvertretungen und der Universitätsvertretung). Bis zum Wintersemester 2011/2012 müssen laut Universitätsgesetz die (gerade erst eingeführten) Bachelor-Studienpläne erneut überarbeitet werden und eine verpflichtende Studieneingangsphase deklariert werden.
Geht es nach den Plänen unserer Vizerektorin dürfen in Zukunft nur mehr jene Studierenden weiterführende Lehrveranstaltungen besuchen, die alle LVs dieser Studieneingangsphase abgeschlossen haben. Mittels Knock-Out Prüfungen im Rahmen dieser Lehrveranstaltungen soll die Zahl der StudentInnen in einigen Fächern offensichtlich massiv gesenkt werden, denn “man müsse ja feststellen wer für die Universität geeignet ist und wer nicht!”
Wenn auch nur eine einzelne Lehrveranstaltung aus dieser Phase fehlt ist mensch somit im 2. Semester defakto zum nichts tun verurteilt, darf wenn es nach Bundesminister Hahn (und unserem Rektor Töchterle, der mittlerweile ebenfalls zu den vehementesten BefürworterInnen der unsozialen Studiengebühren gehört) brav Studiengebühren zahlen, muss um seine Beihilfen fürchten und hat eine massive Studienzeitverlängerung zu tragen. Mehr >
Skandalöses RFS – Saufgelage vor der Uni
19. Mai
Unmögliche Szenen spielten sich gerade eben vor der Hauptuni ab. Wenn eine handvoll Menschen da sitzen und sich besaufen, bin ich der letzte, der etwas dagegen hat. Wenn diese zwei Dutzend dabei aber einen höllenlärm machen und grölen wie die ärgsten Bauern, und das um sechs Uhr Nachmittag vor der Uni, dann schaut die Sache schon anders aus. Und wenn dann primitivste Lieder (“Zipfl eini, zipfl aussi, aber heit gehts guat”) vom besten gegeben werden, garniert mit ungefähr 30x “dem Land Tirol die Treue” in stets der gleichen Version, dann hört mein Verständnis auf. Wir jedenfalls, die wir im 2. Stock eine (um unnötigen Kommentaren zuvor zu kommen: sehr gut besuchte) Filmvorführung veranstalteten, verstanden uns in der anschließenden Diskussion teilweise selbst nicht. In Erinnerung blieb mir auch noch die eine armselige Gestalt, der alleine aufs WC ging und am Weg hin, währenddessen und am Rückweg so laut grölte, das man ihn in zweiten Stock noch hörte. Aber so scheint er zu sein, der RFS – Wahlkampf: Man zeigt, dass man die drei Bier trinkt, die man sich bestellt, und, dass man auch ohne Konzept laut sein kann.
Das e-Voting hat begonnen…
19. Mai
… und abgesehen von den berichteten Ausfällen in Wien ist für mich noch eine Sache erschreckend:
In der Wahlkommission sprach man immer von “Terminals”, die eingerichtet werden, und von denen man aus dann wählen kann. Ich dachte mir gestern, ich schau mir so einen an und bin in die GeiWi marschiert, denn dort steht der “Terminal” im Untergeschoß beim ZID.
Was mich dann erwartete, war aber kein Terminal, sondern ein einziger Laptop, um den ein Stück alter Pappkarton gestülpt war. Das spannenste war aber, dass sich da überhaupt nichts rührte, nicht einmal, nachdem man eine e-card hineingesteckt hatte. Als zufällig der Techniker vorbei ging, reagierte der eher mürrisch. Auf die Frage, warum denn der Computer ausgeschalten war, meinte er “es war heut doch eh koana wählen” und außerdem “werd die Wahl eh angfochten”. Balsam auf die Seele eines jeden und einer jeden, die sich um die technische Sicherheit des e-votings Sorgen macht.
Übrigens: Man schätzt die Kosten des E-Votings mittlerweile auf rund eine Million Euro.
Ein nachträglicher Bericht zur Podiumsdiskussion der Austria
17. Mai
Am Donnerstag hatte die AV Austria zu einer Podiumsdiskussion geladen, bei der VertreterInnen (nahezu) aller Fraktionen anwesend waren: Neben Robert von der AG und Gina von der GRAS waren auch vom RFS, LSF und KSV Leute am Podium, und eben meine Wenigkeit für den VSStÖ. Ich hatte die Ehre, unsere Spitzenkanditatin zu vertreten, die auf unserer paralell stattfindenden Simpsons-Filmnacht zugegen war.
Die Diskussion selbst hatte nur vier Fragerunden, die recht kurz ausfielen, und dann ging es schon ins Publikum, das wie meist zu 90% aus bereits fraktionierten Menschen bestand, was die Sache aber unterhaltsam machte. Da ich – bis auf den Genossen Wiesinger – als einziger keine Unterstützung mitgebracht hatte, wurde eher wenig gegen die AG sondern mehr gegen Gina und mich geschossen, wobei man der “one – man – show” (o-ton vom Moderator Mag. Pohl, ex-AGler) Günther Kriechhammer vom KSV zugute halten muss, dass er zur Diskussion sehr viel beitrug im Gegensatz zum Juli – und RFS Vertreter. Robert Mäser agierte eher zurückhaltend, so dass ich oft das Gefühl hatte, dass er den offensiven Part dem anwesenden AG – Publikum überließ. Ich meine das aber positiv, denn die eigentlich eher konstruktiv-kritische Stimmung war aus meiner Sicht angenehm.
Ein Dank gilt an Mehr >
Die zweite Plakatserie hängt…
12. Mai
… und uns würde deine Meinung dazu interessieren! Wie gefallen sie? gut? schlecht? greuslich? fad? supertoll? Bitte einfach posten!
Eine nette Annektode vom Plakatieren vergangene Nacht möchte ich auch noch kurz erzählen. Als wir (Michael und ich) uns gerade bemühten, ein Plakat möglichst faltenfrei auf einem Ständer zu platzieren, traf uns von hinten ein Lichtstrahl. Als wir uns verdutzt umgedreht haben, kniete da ein Student und hatte seine Handykamera auf uns gerichtet. Wir fragten, was das da jetzt wird, und er antwortete schnippisch: “Ich bin mir nicht sicher, ob ihr das da dürft”, drehte sich wieder um und rannte weg, ohne auf Zurufe zu reagieren und die Bitte abschlagend, die Situation aufzuklären.
Ich denke mir, auch wenn ich nicht gern des Nachts beim Plaktieren fotographiert werde: Schön, es gibt Leute mit Zivilcourage. Insofern: Lieber junger Mann, falls du dies ließt: Schick uns ein Mail an ibk[at]vsstoe.at mit deinem Foto, dann veröffentlichen wir es hier und du hast es nicht umsonst geschossen!
Auf orf.at: deutsche Studierende klagt Uni Innsbruck
11. Mai
Unter diesem Link http://tirol.orf.at/stories/361174/ gelangt man zu folgender Story:
Eine Studentin klagt gegen die Verordnung zur Beschränkung der Studierendenplätze auf 284 im Studium der Psychologie. Ihre Klage dürfte Erfolgschancen haben, da diese Zahl völlig willkürlich ist (worauf wir schon im Herbst aufmerksam gemacht haben). Wäre gesetzeskonform gerechnet worden, käme man auf die Summe von knapp 400 Plätzen. Das Rechenschema ist nämlich, dass genau so viele Leute zugelassen werden sollen, wie vor der Regelung studiert haben. Wie die Uni rechnet, könnt ihr in Roberts Kommentar nachlesen.
Wir wünschen der Kollegin jedenfalls viel Glück. Die Devise muss lauten: Mehr Geld statt weniger Studierende!
Ein böser Wüterich verging sich offenkundig an den…
30. Apr
…von mir in meinem letzten Blog herabgewürdigten AG – Wahlplakaten. Finde ich zutiefst traurig und verachtenswert, ehrlich. Denn wie ich schon geschrieben habe, ich bin der Meinung, dass diese Plakate durchaus von selbst wirken, ohne dass man noch etwas dazuschreiben muss oder sie gar vollflächig besprayn muss. Ein Beispiel: Wenn ich mich auf die Kloschüssel setze, dort mein großes Geschäft verrichte, es anschließend fotographiere und es ins Zentrum eines Wahlplakat setze, muss niemand mehr herkommen und aufs Plakat “du bist Scheiße” sprayn – denn das wussten wir bereits zuvor, und ich würde ohne fremdes Zutun mit diesem Plakat höchstwahrscheinlich einen Erfolg erzielen, der dem Attribut “Scheiße” entspricht. Warum sollte sich jemand, der mir böses will, noch strafbar machen, wenn ich ohnehin ein Scheiß(e)-Plakat habe?
Wenn wir also uns nun einig sind, dass ich mir meine strafmildernde Unbescholtenheit für etwas Wichtigeres aufbewaren sollte, dann frage ich nun meine eifrigen PosterInnen: Habt ihr irgendwas, was diese ganz furchtbaren Schmiererein mit uns in Verbindung bringt?
Nein, ganz im ernst: Wir waren das nicht mit “Qualität statt Quantität”.
Im übrigen: Was kennzeichnet die Qualität eines Penises? Bzw. wie erfasst man die?
Der Wahlkampf hat begonnen
27. Apr
Morgen früh werden unsere Plakate aufgestellt – ich hoffe Sie gefallen euch. Ab kommender Woche werden wir einige Veranstaltungen haben, bei denen wir hoffen euch zu sehen – details dazu stehen auf unserer Homepage. Weiters gibt es einige Podiumsdiskussionen, zu denen man gehen kann und soll, bei denen auch immer ein Vertreter oder eine Vertreterin von uns dort sein wird (meist ich). Ankündigen kann man an dieser Stelle jene der katholischen Hochschulgemeinde am Montag, dem 25. und die der Austria am Donnerstag, dem 19.5.
Wahlkampf bedeutet nerven und genervt zu werden – das geht uns Wahlkämpfenden genauso wie euch. Leider sind Wahlen bei vielen mit der Einstellung “Interessiert micht nicht” verbunden und weniger als ein Drittel der Leute gingen letztes Mal zur Wahl. Uns ist es ein großes Anliegen, dass die Wahlbeteiligung dieses Mal steigt – denn wenn wir Studis uns selbst verwalten wollen, sollten doch auch alle mitbestimmen, wer diese Verwaltung übernimmt. Und weil ein Argument, warum man nicht zur Wahl geht das ist, das man nicht weiß wen man wählen soll, müssen wir uns auf die Straße stellen und mit euch reden, auch wenn es uns und euch gelegentlich nervt.
Was natürlich nicht heißen soll, das es uns trotz alledem Mehr >
Das Schicksal der Margarete H.
18. Apr
Mittwoch Nachmittag in Innsbruck: Ein Jubel geht durch die konservative Männerwelt im Lande des Andreas Hofer: 200 Jahre nach dem Sieg der Speckknödelmentalität über die Aufklärung auf militärischem Wege setzt sich dieselbe Mentalität erneut durch, diesmal gegen das Gesetz.
Was war passiert? Bei der Wahl zum Rektor der medizinischen Universität Innsbrucks hatte der Senat dem Unirat einen Dreiervorschlag vorgelegt – mit dabei der nun designierte Rektor Herbert Lochs und die bisherige Vizerektorin Margarete Hochleitner. Anders als vor zwei Jahren jedoch hatte der Senat keine Reihung vorgenommen und alle drei als gleich qualifiziert eingestuft.
Nun haben wir ja ein Gleichbehandlungsgesetz, das bei neuen Anstellungen von Bediensteten der Republik Österreich eine relativ klare Regel vorgibt. Nämlich: So lange eine deutliche Unterrepression von Frauen in einem Berufsfeld vorherrscht, ist Frauen der Vorzug zu geben. Und nachdem wir im Berufsfeld “Leiter/in einer Universität” eine Frauenquote von exakt 0% haben, müsste man denken, das wäre eine klare Sache.
Jetzt haben wir das Spiel aber ohne die ÖVP gemacht. Und die hat ziemlich klare Vorstellungen davon, wer in Tirol was wird. naja. Frau Hochleitner, die sehr viel im Bereich Gendermedizin geforscht und gelehrt hat und die man als politisch unabhängig einstufen kann, hat also neben ihrem fehlenden Y-Chromosom ein Mehr >