Der Blog des VSStÖ – Innsbruck
Unbeschränkt studieren?
So lautet der Titel der aktuellen VSSTÖ-Bund Kampagne gegen die geplanten Zugangsbeschränkungen an Österreichs Universitäten. Dass es sich hierbei nicht nur um Befürchtungen handelt, sondern hinter den Kullissen bereits kräftig daran gebastelt wird bestätigte uns die Vizerektorin für Lehre und Studierende Ao. Univ. Prof. Dr.in Margret Friedrich im Rahmen des ÖH Jour-Fixe (einem Treffen des Rektorats mit VertreterInnen der ÖH aus den Studienvertretungen, Fakultätsstudienvertretungen und der Universitätsvertretung). Bis zum Wintersemester 2011/2012 müssen laut Universitätsgesetz die (gerade erst eingeführten) Bachelor-Studienpläne erneut überarbeitet werden und eine verpflichtende Studieneingangsphase deklariert werden.
Geht es nach den Plänen unserer Vizerektorin dürfen in Zukunft nur mehr jene Studierenden weiterführende Lehrveranstaltungen besuchen, die alle LVs dieser Studieneingangsphase abgeschlossen haben. Mittels Knock-Out Prüfungen im Rahmen dieser Lehrveranstaltungen soll die Zahl der StudentInnen in einigen Fächern offensichtlich massiv gesenkt werden, denn “man müsse ja feststellen wer für die Universität geeignet ist und wer nicht!”
Wenn auch nur eine einzelne Lehrveranstaltung aus dieser Phase fehlt ist mensch somit im 2. Semester defakto zum nichts tun verurteilt, darf wenn es nach Bundesminister Hahn (und unserem Rektor Töchterle, der mittlerweile ebenfalls zu den vehementesten BefürworterInnen der unsozialen Studiengebühren gehört) brav Studiengebühren zahlen, muss um seine Beihilfen fürchten und hat eine massive Studienzeitverlängerung zu tragen. Besonders benachteiligt werden selbstverständlich mal wieder jene StudentInnen, die für die Sicherstellung ihres Lebensunterhalts nebenbei Arbeiten müssen und folglich kaum die Chance haben die Studieneingangsphase innerhalb eines Semesters abzuschließen.
Begründet wird diese Art der Zugangsbeschränkungen mit der Vorgabe in den Leistungsvereinbarungen zwischen Universität und Bundesministerium die Drop-Out Rate (sprich die Zahl der StudienabrecherInnen) zu senken. Da in dieser Statistik aber nur jene ehemaligen Studierenden aufscheinen, die ihr Studium nach dem 2. Semester abgebrochen haben will mensch damit offensichtlich möglichst viele innerhalb dieser ersten beiden Semester zur Aufgabe zwingen. Anstatt sich um die wahren Gründe für den Studienabbruch in höheren Semestern zu kümmern will Minister Hahn offensichtlich diese Statistik auf dem Rücken zukünftiger Studierender verschönern.
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Stefan Gasser am 9. Oktober 2009 um 15:21 veröffentlicht und unter Allgemein abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |
